Michael Stangl

The Shire at risk

Der nächste „Herr der Ringe“-Film soll nicht mehr in Neuseeland gedreht werden. Das wäre fast so, wie wenn man den Österreichern in Zukunft verbietet an Schirennen teilzunehmen…

Es gibt zahlreiche Reiseführer dazu, dutzende Anbieter mit Touren zu den Filmschauplätzen und selbst der Lonely Planet verweist immer wieder darauf: mehr als zehn Jahre nach dem Ende der Dreharbeiten ist die „Lord of the Rings„-Trilogy allgegenwärtig in Neuseeland. Alle Landschaftsaufnahmen der drei Filme sind nämlich in der einmaligen Natur auf der Nord- und Südinsel Neuseelands gedreht worden – an mehr als 150 Schauplätzen (vor allem in Nationalparks sowie in der Gegend von Queenstown). Rund um Wellington wurden mehrere Sets für Innenaufnahmen gebaut, über 400 Tage war die Hauptstadt auch Zentrum der Filmcrew.

Dem 1973 verstorbenen Auto der Geschichte J. R. R. Tolkien dürfte Neuseeland wohl öfter in Träumen untergekommen sein. Er war selbst nämlich nie hier, trotzdem finden sich fast alle in seinen Büchern beschriebenen Orte der Mittelerde  in Neuseeland. Davon lebt der Tourismus noch immer. Ich bin ja selbst schon auf die LOTR-Touristen-Maschinerie „reingefallen“. Den Ausflug nach Edoras kann ich aber nur jedem empfehlen. Die Filme haben aber auch die Filmindustrie in Neuseeland maßgeblich belebt.

Matamata (Hobbiton)

Nun steht eine Fortsetzung am Programm. Sir Peter Jackson bereitet die Dreharbeiten für den zweiteiligen „Hobbit“ vor. Als Schauplatz für das Auenland (Original: „The Shire“) war wiederum Matamata (auch liebevoll „Hobbiton“ genannt) auf der Nordinsel in der Nähe von Rotorua geplant. Die ersten Vorbereitungen dafür laufen bereits, ua. wurden die Hobbit-Häuser wieder aufgebaut oder Statisten gecastet.

Die Produktionsfirma überlegt nun aber den Film in Europa – und nicht in Neuseeland – zu drehen. Vorausgegangen sind diesen Überlegungen Streitigkeiten mit der Schauspielervereinigung. Die neuseeländische Regierung bemüht sich mit Steuerzuckerln und Verhandlungen dieses wirtschaftliche Mamutprojekt im Land zu behalten. Ob das gelingen wird, ist noch nicht klar. Die Neuseeländer sind höchst beunruhigt, die Zeitungen sind voll mit der Berichterstattung über die weitere Entwicklung. Die endgültige Entscheidung steht noch aus – zuverlässige Quelle für die Geschehnisse ist der NZ Herald.

Es wäre jedenfalls sehr schade, wenn die künftigen „Lord of the Rings“-Geschichten nicht mehr in Neuseeland gedreht werden. Damit würde man dem Land – von vielen bereits „Mittelerde“ genannt – und den Menschen definitv einen Teil ihrer Identität nehmen.

Hassle-Free Tours (Edoras)

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