Michael Stangl

FH Berlin-Woche 2019

Nicht zur re:publica, trotzdem in Berlin. Das war die letzte COS17-Anwesenheitswoche!

Mittwoch, 8. Mai 2019

Wire

Begonnen hat der erste Tag bei Wire, einem Messenger-Dienst der voll auf Sicherheit und verschlüsselte Datenübertragung setzt. Während sich das Startup mit Sitz in den Hackeschen Höfen (im Dachgeschoss mit Blick über Berlin) zuerst vor allem den Privatnutzern verschrieben hat, stehen derzeit Business-Lösungen im Mittelpunkt.

Wir haben vor allem mehr über User Interface Design sowie Übersetzungen und Lokalisationen erfahren (Software-Tipp: www.crowdin.com).

St. Oberholz

Die Mittagspause haben wir im Sankt Oberholz am Rosenthaler Platz verbracht, einem für Startups und Jungunternehmer geschichtsträchtigen Ort. Viele Ideen sind dort entstanden, mittlerweile gibt es im Oberholz auch Arbeitsplätze.

Leseempfehlung: „Das Sankt Oberholz kapituliert vor der Schamlosigkeit seiner Gäste“ (von Gruenderszene.de)

taz – Die Tageszeitung

Bei der „taz“, einer als Genossenschaft betriebenen Tageszeitung, ging es vor allem um die Finanzierung sowie Paywalls bei journalistischen Online-Inhalten. Aktuell sind auf www.taz.de sämtlich Inhalte frei verfügbar, es gibt jedoch die Möglichkeit freiwillig für die Nutzung zu zahlen. Derzeit tun das etwa 16.000 User, die durchschnittlich 5,80 Euro pro Monat bezahlen.

Im Szenario 2022 stellt der taz-Geschäftsführer aktuell die Abschaffung der täglichen Printausgabe zur Diskussion. Ob es wirklich zu diesem einschneidenden Schritt kommt, ist noch unklar.

Klunkerkranich (mit Live-Konzert)

Wenn aus der obersten Etage eines Parkhauses ein „Kulturdachgarten“ namens Klunkerkranich wird, verspricht es ein interessanter Abend zu werden – inkl. einem vollkommen ungeplanten Konzert einer jungen Berliner Band.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Mozilla

Den Firefox-Browser kennen wohl die meisten (aktuell nutzen ihn 11,7 % der Österreicherinnen und Österreicher, lt. ÖWA/März 2019). Was die wenigsten wissen ist, dass dieser von der Mozilla Foundation – einer Non-Profit-Organisation – entwickelt und vertrieben wird. Das freie und offene Internet ist eines der Hauptziele der Organisation.

Am Berliner Standort arbeiten etwas mehr als 100 Personen, die täglich mit Teams auf der ganzen Welt an dem Browser und anderen Services arbeiten. Wir haben dabei einen sehr umfassenden Einblick in unterschiedliche Themenbereiche wie Security, Datenschutz, Community-Management oder SEO bekommen.

Crispy Content

In der ehemaligen Geburtenstation der Charité ist in den letzten Jahren das Haus der Kommunikation entstanden. Zuhause ist dort unter anderem die Content Marketing-Agentur Crispy Content.

Für Gründer und CEO Gerrit Grunert ist Content Marketing übrigens eine Meta-Disziplin, in der über Content versucht wird den Verkauf eines Produktes zu forcieren.

Digitale Gesellschaft

Den Abschluss des zweiten Tages hat ein Vortrag über das Theme Datenschutz und wie die EU bzw. nationale Regierungen damit umgehen. Wir hatten dafür Elisabeth Niekrenz von der Digitalen Gesellschaft bei uns – einem gemeinnützigen Verein, der sich seit 2010 für Grundrechte und Verbraucherschutz im digitalen Raum einsetzt.

Freitag, 10. Mai 2019

C3

Erstaunlich viele Insights haben wir bei der großen Content Marketing-Agentur C3 bekommen, etwa von der Arbeit für die Deutsche Bank (neben einem defekten Lift in dem kleinsten Hochhaus Deutschlands). Ein Team von rund 25 Personen ist dort dauerhaft mit der Erstellung von Inhalten und Kampagnen beschäftigt.

Die Agentur verfolgt bei der Erfolgsmessung von Social Media-Inhalten übrigens nicht mehr Reichweite als wichtigen KPI (vor allem aufgrund der massiven Änderungen bei Facebook für organische Reichweite). Wesentlich sind mittlerweile „Cost per Click“ und „Cost per View“ – bei beiden Messgrößen zeigt sich, wie effizient eine Agentur mit Budget umgeht.

Contentful

Insider bezeichnen Contentful noch immer als CMS (Content Management System), das Unternehmen selbst hat jedoch einen gesamtheitlicheren Anspruch und sieht sich als zentraler Hub für Content. Zusammen mit anderen Tools können sich Entwickler ein individuell zugeschnittenes System bauen.

Für Contentful ist das ein logischer Schritt, denn statt Content Management (create once, publish everywhere) geht die Entwicklung klar zu Content Operations (build once, ship everywhere).

Internet & Social Media in China

Am Abend haben wir uns noch mit dem aktuellen Zustand von Internet, Social Media und der Kontrolle von Daten in China unterhalten. Derzeit sind alle wesentlichen Online-Dienste in der Hand von zwei Unternehmen gebündelt: Tencent und Alibaba.

Eine Leben ohne die Angebote der Unternehmen ist für Chinesen gar nicht mehr möglich. Sie müssen dieses Duopol hinnehmen – unter anderem weil die Staatsführung eng mit den beiden Unternehmen zusammenarbeitet. Die Diskussion darüber hat wohl alle von uns etwas aufgerüttelt…

Samstag, 11. Mai 2019

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen von Markenbotschaften und aktuellen Trends in der Content Strategie. Wir hatten dafür eine der Vorkämpferinnen für diese junge Disziplin bei uns: Margot Bloomstein, die unter anderem mit großen Marken wie Timberland, Al Jazeera America, Lindt Chocolate und Mini gearbeitet hat.

Sie hat uns nochmals ihre eigene Definition von Content Strategie näher gebracht:

Planning for the creation, aggregation, delivery, and governance of useful, usable, and appropriate content in an experience.

Margot Bloomstein, https://twitter.com/mbloomstein

Margot war sehr interessiert an unseren persönlichen beruflichen Erfahrungen und wir hatten eine angeregte Diskussion über die Zukunft von Content Strategie und welche Aspekte wichtiger werden (zB Vertrauen oder Content Modeling).

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