Michael Stangl
Semesterarbeit in Google Docs

Wenn einfach zu einfach ist

Gerade habe ich meine Projektarbeit für das erste Semester abgegeben (übermittelt) – geschrieben in Google Docs. In diesem Artikel verrate ich dir, warum ich das nächste Mal ein anderes Programm nutzen werde.

Gerade eben habe ich meine erste Projektarbeit abgegeben – inkl. Anhang genau 98 Seiten stark. In den letzten Wochen habe ich dafür sehr viel Zeit in Google Chrome verbracht und meine Arbeit GoogleDocs anvertraut.

Vor Beginn des Studiums wusste ich zwar von diesem Service, hab es allerdings nie genutzt. Das hat sich schlagartig verändert (selbst der Studiengang nutzt den Online-Dienst) und dadurch habe ich die Vorzüge der Online-Dokumente schätzen gelernt: immer dabei, unkompliziert mit Versionsverlauf und total einfaches Teilen und Zusammenarbeiten.

Pauls Artikel „Wissenschaftliche Arbeiten in Google Docs – das solltest du wissen“ hat mich schlussendlich auf die Idee gebracht, meine erste wissenschaftliche Arbeit auf der FH Joanneum ebenfalls im Word von Google zu schreiben.

Die Limitationen waren wir bewusst:

  • keine Möglichkeit zwischen Hoch- und Querformat zu wechseln
  • keine automatischen Nummerierungen und Verzeichnisse
  • beschränkte Formatvorlagen und Möglichkeiten für Formatierungen (vor allem bei Bildern).

Leider muss ich dieser Aufzählung einiges hinzufügen.

Für große Datenmengen ungeeignet

Google limitiert die maximale Zeichenanzahl pro Dokument auf 1.024.000. Mein Anhang (Interview-Transkripte samt qualitativer Inhaltsanalyse) ist mit 65 Seiten und knapp 60.000 Zeichen zwar nicht gerade klein, von der Maximalgröße aber sehr weit entfernt (gerade 6 % wurden ausgenutzt):

Trotzdem hat das Dokument in Kombination mit der Nutzung von Tabellen schon nach kurzer Zeit deutlich an Performance eingebüßt. Das Tippen funktioniert nur zeitverzögert und auch das Springen zwischen Seiten ist extrem langsam.

Eine Lösung war dafür nicht zu finden, denn selbst das ständige Synchronisieren lässt sich nicht deaktivieren.

Ja nicht kreativ sein

Ein großer Minuspunkt bleiben die beschränkten Möglichkeiten bei Formatierung und Gestaltung. Es gibt nur wenige Einstellungen, die geändert werden können – eigene Ideen solltest du am besten hintenanstellen.

Wer gerne und viel mit Tabellen arbeitet (und daher viele Tricks kennt), wird schnell verzweifeln. Die Einstellungsmöglichkeiten sind extrem begrenzt und Tabellen verhalten sich anders als etwa in Word. Selbst GoogleTabellen kann nur einen Bruchteil des Microsoft-Vorbilds und bietet bei Layout-Einstellungen wenig Spielraum.

Positiv: Grafiken erstellen

Sehr überrascht hat mich ein Feature, das nicht nur unheimlich praktisch sondern auch extrem leicht zu bedienen ist: Zeichnungen (Einfügen > Zeichnungen).

Im PopUp-Menü stehen die aus Word bekannten Zeichen- und Grafikelemente zur Verfügung, die selbstverklärend sind und für einfache Grafiken oder Visualisierungen vollkommen ausreichen. Nach dem „Speichern & Schließen“ wird die Zeichnung korrekt zugeschnitten und als einfaches Bild im Dokument angezeigt. Die Grafik kann nachträglich jederzeit überarbeitet und geändert werden – sehr hilfreich!

Erstelle Grafiken mit Google Docs

Fazit

GoogleDocs hat mich nie im Stich gelassen und nichts verschlammt – da gibt es nichts auszusetzen.

Die zahlreichen Limitationen und die langsame Performance aufgrund der großen Datenmenge haben allerdings viel Zeit gekostet. Zeit, die ich bei der nächsten Arbeit gerne anders einsetzen werde.

Andere Erfahrungen oder Tipps? Teile sie als Kommentar!

1 thought on “Wenn einfach zu einfach ist

  1. interessante analyse, ich mache ja auch viel mit google docs, habe das jedoch noch nie so ausgeschöpft wie du. cooler tipp mit den zeichnung, werde ich ausprobieren 🙂

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