Michael Stangl
Arbeitsplat

So muss Büro

Was ich aus einer Woche bei Agenturen und Unternehmen in London gelernt habe – über die Einstellung zum Arbeitsplatz.

Das Artikelbild zu diesem Beitrag zeigt meinen Schreibtisch bei FITINN, meinem Arbeitgeber seit mehr als sieben Jahren. Einfach, schlicht und aufgeräumt muss es sein. Vorzugsweise mit einem Apple-Geräte – ich liebe meinen iMac.

In der #COS17-London Woche habe allerdings Arbeitsplätze und Büros gesehen, die im krassen Gegensatz zu meiner Situation stehen. Während ich mir mit meinem Kollegen ein rund 30 Quadratmeter großes Büro teile, müssen sich Mitarbeiter/innen bei DigitasLBi mit einem Zehntel begnügen.

146 Brick Lane in Shoreditch

Statt des großen Platzangebots stehen bei Digitas andere Dinge im Fokus:

  • eigenes Café-Restaurant mit gratis Kaffee für alle, die vor 9 Uhr ins Büro kommen
  • günstiges Mittagessen und gratis Bier am Freitag Nachmittag
  • von einer alten Brauerei in ein cooles Büro umgebaut mit einer lässigen Sonnenterrasse
  • gelegen in einer hippen Gegend (Shoreditch) mit zahlreichen Pubs und Lokalen im Umkreis

Take a Look at DigitasLBi’s Cool London Office

Facebook Headquarters in London

Richtig beeindruckt hat mich die Facebook-Zentrale am Rathbone Square 1 (da ist es wohl den meisten so gegangen):

  • riesiges Bürogebäude auf sechs Stockwerken im Zentrum von London
  • mehrere Dachterrassen, zahlreiche Cafés (mit gratis Prosecco) und Restaurants sowie Candybars in jedem Stockwerk
  • Getränke, Obst und Naschereien bis zum Abwinken (nur kein Fitnessstudio)
  • dutzende Besprechungsräume mit kreativen Bezeichnungen (zB Songtitel oder „Dinge, die Russen nicht mögen“), Sitzmöglichkeiten im gesamten Gebäude sowie eigene Tische mit Laufbändern an denen während des Gehens gearbeitet werden kann
  • technisches Equipment von dem manche nur träumen können (von den Technikern, die Vorträge und Präsentationen abwickeln, sprechen wir gar nicht)
  • Toiletten mit Parkmöglichkeiten für Laptops und einer großen Auswahl an gratis Hygieneartikeln (vom Haargel bis zur Zahnpasta)
  • usw…

Facebook ist für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie eine Familie, hier sind unzählige Freundschaften entstanden wie uns eine Mitarbeiterin erzählt hat. Viele von ihnen verbringen die Freizeit zusammen und es gibt zu so gut wie jedem Thema oder Interesse Gruppen und Grüppchen.

Was ist besser?

Das Büro von Trainline hat mir ebenfalls imponiert und insgesamt zum Denken angeregt:

  • Wollen Unternehmen damit etwas kompensieren?
  • Wie sind die Arbeitsbedingungen tatsächlich? (Auf Nachfrage haben immer alle gesagt, sie arbeiten durchschnittlich und niemand erwartetet großartig Überstunden.)
  • Nutzen sich dieser Überfluss und die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten nicht doch sehr rasch wieder ab? (Warum etwa nehmen nur so wenige DigitasLBi-Mitarbeiter/innen das Angebot des günstigen Restaurants an?)
  • Wäre es nicht besser, Beruf und Freizeit stärker zu trennen?
  • Und vor allem: Warum ist Österreich noch nicht in der Kultur des „Ich-mache-es-meinen-Mitarbeiter/innen-möglichst-angenehm“ angekommen?

Ich möchte mich an der Stelle keinesfalls beschweren (nicht umsonst wäre ich so lange Mitarbeiter im selben Unternehmen).  Ich kann allerdings auch nicht beantworten, welcher Weg der richtige ist und wieviel ein Unternehmen tatsächlich in die Wohlfühl-Atmosphäre der Mitarbeiter/innen investieren soll.

Was meinst du? Freue mich auf zahlreiche Kommentare und Meinungen!

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