Beispiele, Methoden, Kreativität – davon haben sich die Studierenden des Bachelorprogramms „Kommunikation, Wissen, Medien“ der FH in Hagenberg am meisten erwartet. Und sie wurden (hoffentlich) nicht enttäuscht. Vier Tage haben wir uns zu einem Bootcamp zurückgezogen und an einer Content Strategie getüftelt. Zusätzlich gab es fachliche Inputs von mir, Einblicke in die Praxis und interaktive Elemente.

Worüber wir in dem Bootcamp gesprochen haben
Diese und viele weitere Themen standen auf unserer Agenda:
- Beispiele aus der Praxis: Wie sieht ein Content Audit wirklich aus? Was verstehen Kund:innen unter Information Architecture?
- Content, Content, Content: Warum setze ich auf Content-Formate und welche Inhalte gibt es sonst noch? Wie entsteht aus einem Benchmarking eine neue Landingpage? Muss mit Content unbedingt eine Website gemeint sein?
- GEO: Wie verändert sich Content-Produktion, damit mein Produkt bzw. meine Dienstleistung auch in der KI sichtbar bleibt?
- Reporting & Erfolgsmessung: Welche Kennzahlen sind in der Content Strategie besonders wichtig?
- Theorie: Was ist ein Content Governance Model und was braucht es für eine Touchpoint-Analyse?
- Präsentieren: Wie funktioniert ein Pitch Statement? Worauf kommt es bei Präsentationen wirklich an?
- Gründung: Was gehört in einen Businessplan? Was sind meine Erfahrungen nach mehr als zwei Jahren Selbstständigkeit?
Dann war da natürlich noch das große Projekt: In sechs Kleingruppen durften sich die Studierenden an einer Content Strategie versuchen – samt Analyse, Kanalstrategie, Redaktionsplan und Erfolgsmessung. Am Ende der Vorlesung gab’s einen Pitch vor den (theoretischen) Auftraggeber:innen.


Diese Mischung aus Theorie und Praxis ist bei der Gruppe gut angekommen, wie das Feedback zeigt (hier einige Beispiele).
Dauerthema Künstliche Intelligenz
Die neuen Möglichkeiten der KI haben unsere Arbeitsweise innerhalb weniger Monate komplett verändert. Als dieser Jahrgang vor zweieinhalb Jahren mit dem Studium begonnen hat, war die breite Nutzung von Künstlicher Intelligenz (noch) kein Thema. Jetzt gehört es einfach dazu.
Einige Studierende haben sogar gemeint, dass KI ein echtes Abhängigkeitsgefühl erzeugt. Wie also damit umgehen? Diese und weitere Fragen haben wir im Bootcamp genauso diskutiert wie uns über neue Tools und Tricks ausgetauscht.
- Nimmt KI der Content-Erstellung die Kreativität?
- Wie hoch ist die Akzeptanz bei Kund:innen für Arbeit mit KI?
- Wie wirkt sich KI-generierter Content auf die Nutzer:innenerfahrung aus?
- Wie muss die Nutzung von KI bei Content gekennzeichnet werden?
Tipp: Zur letzten Frage (der Kennzeichnung von KI-Inhalten) gibt es eine klare EU-Regelung, den AI Act. Die österreichische RTR hat dazu eine sehr übersichtliche Darstellung der AI-Transparenzpflichten veröffentlicht.
Alle lernen in so einer Lehrveranstaltung
Die Arbeit mit den künftigen Kommunikationsprofis war sehr hilfreich und interessant. Andere Ideen und Sichtweisen helfen immer dabei, neue Lösungswege zu finden und eigene Standpunkte zu hinterfragen. Was ich zum Beispiel erfahren habe:
- Vor einer größeren Gruppe zu präsentieren, ist für viele immer noch eine Angstsituation. (Sollte sich das nicht schön langsam ändern?)
- Die junge Generation nutzt keine (rein) sprachgesteuerten Dienste und Devices, wie z. B. Amazon Alexa.
- Dafür haben alle mindestens zwei bis drei Streaming-Anbieter (die meist mit Familie und Freund:innen geteilt werden).

Danke für das gegenseitige Lernen, das offene Feedback und eine schöne Woche im ruhigen Mühlkreis in Oberösterreich. Ich freue mich darauf, vielleicht auch 2027 für ein weiteres Bootcamp zurückkehren zu können.



